K.I.T.T. erzählt seine Geschichte

Am 22.01.1991 wurde ich nach einer langen Reise mit dem Schiff über den Atlantischen Ozean in Deutschland angemeldet. Damals erstrahlte meine Farbe noch in Brilliant Red.



Nach viele schöne und auch schreckliche Jahre erhielt ich beim letzten Vorbesitzer endlich eine Restaurierung, wie z. B. eine neue Lackierung in Nachtschwarz und einen neuen Frontstossfänger mit dem Knight Rider Scanner. Ich erstrahlte wieder in neuem Glanz. Kurz nach meiner Fertigstellung zog mein Eigentümer es vor nach Italien auswandern und konnte mich leider nicht mitnehmen. Also wurde ich bei Ebay Kleinanzeigen eingestellt und hoffte, in gute Hände zu kommen. 



Nach kürzester Zeit schrieb eine Frau aus dem hohen Norden und verkündete, dass sie Interesse an mich hätte. Endlich keimte Hoffnung in mir auf, ein neues Zuhause zu finden. Obwohl die Seeluft nicht gerade gut für mein Chassi ist. Drei Tage später war es dann soweit. Nachmittags fuhr eine schicke E-Klasse in rauchsilber auf dem Hof. Es stiegen drei Personen aus. Nach ausgiebiger Begutachtung und Probefahrt mit mir ging die eine Frau mit meinem alten Eigentümer ins Haus und etwas später hatte ich eine neue Besitzerin. Bianca heißt sie. Der Weg zu meinem neuen Zuhause dauerte etwas über zwei Stunden, die ich tapfer durchgehalten habe. 



Anfangs hatte ich mein eigenes Carport. Bianca gefiel das aber nicht und sie baute zusammen mit ihrem Mann eine extra große Garage für mich. Die ist wirklich schön geworden, es wurde sogar ein großer Firebird draußen an der Tür befestigt. Das wäre doch wirklich nicht nötig gewesen.
Auch wurde für mich in der Zwischenzeit viel getan, wie zum Beispiel mein Himmel in einem schicken schwarz neu bezogen und meine Rückleuchten wurden auch gegen Schwarze ausgetauscht. Meine Besitzerin Bianca liebt es mit Lichteffekten zu arbeiten, so brachte sie die modernen LED Tagfahrlichter mit sequenzieller Blinkfunktion an. Die sehen nicht nur gut aus, die sind auch sparsamer im Stromverbrauch, sagt sie. Wenn mal schönes Wetter ist, dann cruise ich mit Bianca und ihrem Mann über's Land und genieße die schöne Landschaft. Der Schnellste bin ich zwar nicht, aber der Auffälligste. An einigen Tagen werde ich sogar mit Blumenschmuck schön gemacht, um Brautpaare zu fahren. Das gefällt mir sehr.



Wie schnell die Zeit vergeht. Nun stand im November 2018 wieder eine ungeliebte TÜV Untersuchung bei mir an. Sowas gibt es in meiner Heimat nicht, da ist jeder Besitzer für sein Fahrzeug verantwortlich. Andere Länder, andere Sitten eben. So brachte mich meine Besitzerin zur Werkstatt und ließ mich dort stehen. Komisch? Schon wieder Abschied?? Ich konnte nichts komisches entdecken. Einige Tage später fing der Werkstattmeister (der übrigens Bernd heißt) an, mich zu demontieren. Wie konnte er mir das nur antun?
                  

Mir wurden gnadenlos die Zierleisten von meinen Seiten abgerissen, die schicken schwarzen Rückleuchten entfernt, die kompletten Türverkeidungen mit Griffe und Spiegel abgebaut. Als Krönung kam meine Windschutzscheibe noch raus. Jetzt bin ich ein Schatten meiner selbst. Etwas mehr Rücksichtnahme hätte ich wohl verdient. 



Dann hat man mich auf einen Trailer verfrachtet (selber fahren konnte ich ja nicht mehr in diesem erbärmlichen Zustand) und zur nächsten Werkstatt gebracht. Aber Bianca besucht mich regelmäßig. Wie ich mitbekommen habe, bekomme ich eine neue Lackierung.

Endlich war es zuweit, der Lackierer fing an, mich für die anstehende Lackierung vorzubereiten. Aber da folgte die nächste Überraschung. Nach der Begutachtung meines Lackes, konnte er sie mit dem Spachtel abschälen. Es war wohl doch nicht die beste Lackierung, die ich beim Vorbesitzer erhalten hatte.




Es geht wieder voran. Nachdem jetzt alle überschüssige Lackschichten von mir abgewaschen und abgeschliffen wurden, kann es losgehen. Die erste Schicht habe ich erhalten. Heilige Elektronik, nicht einen Moment zu früh. 



Nach diesen ganzen Strapazen war ich froh, dass ich das Schlimmste hinter mir hatte. Meine Motorhaube brachte noch den größten Zeitaufwand mit. Da es keine originale Formula Haube ist, musste da viel Zeit investiert werden, bis die GFK-Hutze eingearbeitet und verspachtelt war. Aber es ist ein Ende in Sicht. Endlich bin ich wieder bei Bernd angekommen und er baut mich wieder zusammen. Den TÜV habe ich auch endlich erhalten, worüber sich Bianca sehr gefreut hat. 

An einem Mittwoch Nachmittag hat Bernd mich nach  Hause gebracht. Bianca war aber nicht da. Als sie dann nachts nach Hause kam, hat sie sich sehr darüber gefreut, dass ich wieder nach 6 Monaten zurück bin. Aber am nächsten Vormittag war die Freude schnell verblasst. Meine Motorhaube ist sehr schlecht lackiert worden, außerdem sieht man die genieteten Stellen auf meiner Hutze. Mein kompletter Lack ist voll mit Mikrokratzer und Hologramme. Da hat man mich anscheinend, so staubig und dreckig wie ich nach der Standzeit war, aufpoliert. So erbärmlich sah ich vorher nicht aus! 





An meinem Heckdeckel platzt schon der Lack ab. Das verstehe ich jetzt überhaupt nicht. 

Bernd hat mich noch mal zum Lacker gefahren, um meine Lackierung zu beanstanden. So allmählich reicht es mir. Soviel Humor kann ich nicht mehr aufbringen. 



Seit einiger Zeit bin ich wieder zu Hause. Anscheinend ist es immer noch nicht in Ordnung. Vor kurzem ist Bianca mit mir zu einer Werkstatt gefahren, wo ich begutachtet wurde. Was das alles bedeuten soll, weiß ich nicht. 



Mittlerweile haben wir Ende April 2020 und die Lackierarbeiten an meiner Motorhaube sind immer noch nicht erledigt, da seltsamer Weise immer wieder Verwerfungen im Lack auftreten. Ich glaube, dass ist schon das sechste Mal, dass irgendein Bauteil von mir wieder zum Lackierer muss. Wäre schön, wenn da bald mal ein Ende in Sicht ist, denn allmählich geht meine Batterie zu Neige und mein Mikroprozessor auch.

Meine Karosserie ist endlich nach mehrmaliger Nachbesserung des Lackierers in einem passablen Zustand.

Meine Besitzerin bekam von dem Lackierer einen Anruf. Übrigens, die Lackierung meiner Motorhaube hat jetzt ein neuer Lackierer übernommen, der Vorgänger hatte gekündigt, da wohl mehrere Arbeiten an anderen Fahrzeugen ihm nicht gelungen sind. Nach sechsmaligen Ausbesserung und Aufbereitung meiner Haube, hat er mit einer Flex ? die komplette Haube wieder in Rohbau versetzt. Jetzt kam der Fehler endlich zum Vorschein. Der Spachtel wurde damals aufgetragen und ohne große Trocknungszeit anschliesend gleich lackiert. Da der Spachtel nicht trocknen konnte, fing er unterm Lack an zu arbeiten und bildete so jedesmal neue Verwerfungen. Ich kann so eine Logik nicht folgen. 

Das Desaster ist eingetroffen. Meine Haube wurde am Mittwoch vor Himmelfahrt geliefert. Die sieht jetzt noch schlimmer aus, denn je. Jetzt sind starke Rillen und Verwerfungen zu sehen. Die wurde einfach lieblos zusammengebaut und lackiert. Der neue Lackierer hat abermals das Handtuch geworfen und uns mitgeteilt, dass wir eine andere Lackiererei damit beauftragen sollten. So wie ich weiß, hat sie die komplette Lackierung letztes Jahr im Mai schon entrichtet. Nicht nur sie ist stinksauer, sondern ich auch. Nun muss ich mit dieser schäbig zusammengebauten und lackierten Haube auch noch rumfahren. Ich schäme mich.
Wie ich mitbekommen habe, hat Bianca seit längeren schon einen Anwalt eingeschaltet. Wird ehrlich gesagt auch mal Zeit.
Seit kurzem bin ich bei einer anderen Lackiererei. Da hat sich ein älterer Herr sich meiner angenommen. Ich kann nur sagen, dass ist der Wahnsinn. Im Rohbau sah meine Haube schon besser aus, als jemals zuvor bei der alten Lackiererei. Bianca war schon ein paarmal da, um den Fortschritt zu begutachten. Sie ist begeistert! Das kann ich an ihrem Augen sehen. Anscheinend wird es jetzt wohl was. ?

Ich bin wieder da. Es ist vollbracht! Der Hammer!! Endlich nach 20 Monaten bin ich fertiggestellt worden. Bianca ist ganz aus dem Häuschen.

Ende (vorläufig)

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